Am 20. September 2018 ist Weltkindertag! Grund zum Feiern haben Eltern allemal, denn die Bundesregierung brachte im Juni 2018 das Familienentlastungsgesetz auf den Weg. Die geplanten Kindergeld- und Kinderfreibetragserhöhungen sowie steigende Grundfreibeträge sollen die Geldbeutel der Familien in zwei Stufen ab 2019 und 2020 entlasten. „Aber auch jetzt schon berücksichtigt der Fiskus zahlreiche Kosten, die Eltern für ihre Kinder aufbringen. Neben Kindergeld und Kinderfreibetrag können sie im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung weitere Ausgaben steuerlich geltend machen“, so Michael Leistenschneider, Präsident der Steuerberaterkammer Saarland.

Kindergeld und Kinderfreibetrag
In erster Linie berücksichtigt der Fiskus Ausgaben jedweder Art der Eltern für ihre Kinder beim sogenannten Familienleistungsausgleich:

Aufgrund ihrer Unterhaltspflichten für ihre Kinder steht den Eltern ein Steuerfreibetrag zu. Dieser besteht genau genommen aus einem „Kinderfreibetrag“ in Höhe von 4.788 Euro und einem Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf des Kindes in Höhe von 2.640 Euro. Das heißt, 7.428 Euro können Eltern pro Kind im Jahr verdienen und einnehmen, ohne dafür Steuern zahlen zu müssen.

Stattdessen können Eltern die Auszahlung des sogenannten Kindergeldes beanspruchen. Dies beträgt aktuell für das erste und zweite Kind monatlich 194 Euro, für das dritte Kind monatlich 200 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind monatlich 225 Euro.

Dabei können Eltern können nur eine Form der Steuererleichterung geltend machen: Kindergeld oder Kinderfreibetrag. Wenn sie ihre Steuererklärung einreichen, prüft deshalb das Finanzamt von sich aus, was für die Eltern günstiger ist.

Kindergeld und Kinderfreibetrag gibt es grundsätzlich für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr, für Kinder in Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr und für arbeitslose Kinder bis zum 21. Lebensjahr. 

Kinderbetreuungskosten
Von tatsächlich angefallenen und nachweisbaren Kinderbetreuungskosten erkennt das Finanzamt zwei Drittel, maximal 4.000 Euro jährlich für jedes Kind an, das das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. In dieser Höhe sind die Aufwendungen für die Kinderbetreuung als Sonderausgaben abziehbar. Für die steuermindernde Anerkennung der Kosten muss diesen eine erkennbare Dienstleistung zugrunde liegen. Demnach können etwa folgende Aufwendungen Berücksichtigung finden: die Unterbringung der Kinder in Kindergärten, -tagesstätten, -horten, -heimen und -krippen sowie bei Tages- oder Wochenmüttern und in Ganztagspflegestellen. Auch Hilfen im Haushalt, z. B. Au-pair-Mädchen, soweit sie ein Kind betreuen und die Beaufsichtigung des Kindes bei der Erledigung der Hausaufgaben übernehmen, werden steuermindernd anerkannt. Die Aufwendungen können Eltern allerdings nur dann geltend machen, wenn sie eine Rechnung erhalten haben und die Zahlung unbar, also auf ein Bankkonto erfolgt ist. Hier ist zu beachten, dass eventuell enthaltene Verpflegungskosten keine Kinderbetreuungskosten im Sinne dieser Vorschrift und daher herauszurechnen sind.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
Auch Alleinerziehende werden steuerlich entlastet. Sie können einen Entlastungsbetrag in Höhe von 1.908 Euro pro Jahr beantragen. Für jedes weitere Kind erhöht sich dieser um 240 Euro. Dieser Freibetrag mindert die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer. Alleinerziehende können den Betrag entweder im Nachhinein in ihrer Steuererklärung geltend machen oder schon gleich beim laufenden Lohnsteuerabzug, der in diesem Fall entsprechend verringert wird. Im Sinne des Steuerrechts gilt als alleinerziehend, wer nicht verheiratet ist bzw. dauernd getrennt lebt oder verwitwet ist und in keiner Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljährigen Person (Ausnahme: Kinder) lebt.

Ausbildungsfreibetrag
Für volljährige Kinder, die sich in Berufsausbildung befinden und zudem auswärtig untergebracht sind, können die Eltern zur Abgeltung des entstehenden Sonderbedarfs auf Antrag zusätzlich zum Kinderfreibetrag einen Ausbildungsfreibetrag in Höhe von 924 Euro jährlich erhalten. Das Finanzamt berücksichtigt den Freibetrag aufgrund der Angaben in der Anlage „Kind“ zur Einkommensteuererklärung der Eltern. Eventuelle eigene Einkünfte und Bezüge des Kindes vermindern den Ausbildungsfreibetrag nicht.

Fazit von Kammerpräsident Leistenschneider:
„Die steuerliche Berücksichtigung von Kindern hat viele Facetten. Um die steuermindernden Möglichkeiten, die der Fiskus bietet, auszuschöpfen, empfiehlt es sich, einen Steuerprofi zurate zu ziehen. Solche Experten sind zu finden über den Steuerberater-Suchdienst auf der Website der Steuerberaterkammer Saarland unter www.stbk-saarland.de.“

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