Seit über einem Jahr hält die Corona-Pandemie die deutsche Wirtschaft bereits auf Trab. Wer hätte gedacht, dass dieses Virus die Bürger*innen so lange in Atem hält? Das geht auch an den Ausbildungsberufen nicht spurlos vorbei, wie die aktuellen Zahlen vom Statistischen Bundesamt (Destatis) zeigen: Die Ausbildungszahlen gingen im Jahr 2020 bundesweit um 9,4 Prozent zurück. „Wer im Herbst 2021 eine Ausbildung beginnen möchte, fragt sich nun: Welcher Beruf ist krisensicher? Werden überhaupt Ausbildungsplätze angeboten? Die Antwort lautet: Ja. Denn nicht alle Branchen sind gleichermaßen betroffen: Steuerfachangestellte werden gerade in der Krise händeringend gesucht“, so Michael Leistenschneider, Präsident der Steuerberaterkammer Saarland. Trotz Corona-Pandemie und entgegen dem Bundestrend verzeichnete diese Ausbildung im Vergleich zum Vorjahr nur einen kleinen Rückgang von 2,3 Prozent.

Ein krisenfester Beruf mit Zukunft
Steuerberater*innen lotsen die deutsche Wirtschaft aktuell durch die Corona-Pandemie: Die staatlichen Wirtschaftshilfemaßnahmen der Bundes- und Landesregierung für Unternehmen und Solo-Selbstständige müssen beantragt, Unterlagen für die Beantragung von Krediten zusammengestellt oder Kurzarbeitergeld berechnet werden. Dies zeigt deutlich, wie wichtig und verantwortungsvoll die Berufe der Steuerberater*innen und auch der Steuerfachangestellten sind. Die Branche ist nicht nur krisen-, sondern auch zukunftssicher. Die Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) über die voraussichtliche Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes bis zum Jahr 2035 untermauert dies. Die Prognose: Trotz zunehmender Digitalisierung wächst der steuerberatende Beruf aller Wahrscheinlichkeit nach von 242.900 Arbeitskräften im Jahr 2015 auf ca. 273.000 im Jahr 2035.

Vielfältig und digital
Steuerfachangestellte unterstützen Steuerberater*innen u. a. bei der steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Beratung von Mandant*innen. Sie stehen in Kontakt mit Finanzämtern oder Sozialversicherungsträgern, berechnen Gehälter, planen und überwachen Termine und Fristen. Sie stehen im engen Kontakt mit der Mandantschaft, verarbeiten deren Rechnungen, Belege und Kontoauszüge zu einer ordnungsgemäßen Buchführung, bearbeiten Steuererklärungen und überprüfen Steuerbescheide.

Mithilfe neuester EDV- und Kommunikationstechnik verbuchen Steuerfachangestellte beispielsweise Rechnungen und Kontoauszüge elektronisch, führen Konten, erstellen Abschlüsse und archivieren in der elektronischen Akte. Staubige Aktenordner gibt es schon lange nicht mehr. Außerdem erhalten Steuerfachangestellte einen tiefen Einblick in viele unterschiedliche Unternehmen und in wirtschaftliche Zusammenhänge durch den Kontakt mit Mandant*innen aus Industrie, Handel, Handwerk, dem Dienstleistungsbereich sowie Freiberufler*innen und Privatpersonen.

Regelausbildung, Teilzeit oder Verkürzung
Die Ausbildung zum*r Steuerfachangestellten dauert im Regelfall drei Jahre. In dieser Zeit arbeiten die Auszubildenden ab dem ersten Tag in einer Steuerberaterkanzlei. Parallel gehen sie in eine Berufsschule, wo sie das nötige theoretische Wissen erlernen.

Die Ausbildungsschwerpunkte sind: Steuer- und Rechnungswesen, Betriebswirtschaft und Wirtschaftsrecht. Im Saarland liegt die empfohlene Ausbildungsvergütung bei monatlich 700 Euro im ersten Ausbildungsjahr und steigert sich auf rund 900 Euro. Auszubildende mit sehr guten Leistungen oder entsprechendem Vorwissen haben die Möglichkeit, die Ausbildungszeit auf 2 Jahre zu verkürzen. Auch eine Teilzeitausbildung ist denkbar, z. B. für junge Eltern. Das ist eine gute Möglichkeit, schnell in das Berufsleben einzusteigen.

Fortbildung, Fortbildung, Fortbildung
Nach erfolgreicher Ausbildung gibt es verschiedene Perspektiven zur weiteren Qualifizierung. Absolventen können später sogar Steuerberater*in werden – und das ohne ein Studium. Kein anderer Ausbildungsberuf bietet diese besondere Möglichkeit des beruflichen Aufstiegs ohne Hochschulstudium.

Steuerfachangestellte können auch unter verschiedenen Fortbildungsmöglichkeiten im Mitarbeiterbereich wählen. Eine besonders interessante und vielseitige Karrieremöglichkeit ist dabei die Fortbildung zum*r Steuerfachwirt*in.

Bewerbungsprozess während der Corona-Krise
Bewerbungen für eine Ausbildung zum*r Steuerfachangestellten sind auch jetzt in der Corona-Krise ausdrücklich erwünscht. Ausbildungskanzleien haben bereits jetzt zahlreiche Stellenanzeigen geschaltet, die in der Internetseite www.stbk-saarland.de/stellenanzeigen/ zu finden sind. Zusätzlich kann der Online-Eignungstest unter www.mehr-als-du-denkst.de Interessierten Orientierung geben, ob der Ausbildungsberuf für sie geeignet ist.

Weitere Information zur Aus- und Fortbildung sind auf der Website der Steuerberaterkammer Saarland unter www.stbk-saarland.de/wie-werde-ich/steuerfachangestellter/ verfügbar.

Ansprechpartner für die Presse
Regionaler Pressedienst
c/o Bundessteuerberaterkammer KdöR
Presse und Kommunikation
Behrenstraße 42, 10117 Berlin
Telefon 030 240087-42, Fax 030 240087-33, E-Mail presse@bstbk.de

Fotos
Gern können Sie vom Service der Bundessteuerberaterkammer Gebrauch machen und unter der Internetadresse https://www.bstbk.de/de/presse/mediacenter/bildergalerie Bildmaterial abrufen. Bei Veröffentlichung erbitten wir den Fotohinweis „Bundessteuerberaterkammer“ oder „BStBK“ und die Übersendung eines Belegexemplars.

Aus urheberrechtlichen Gründen ist eine Verwendung des Textes nur mit Quellenangabe (Steuerberaterkammer Saarland) möglich.