Bald startet das neue Ausbildungsjahr. Wer bis jetzt noch keinen Ausbildungsvertrag unterschrieben hat, wird sich die Frage stellen: „Welcher Beruf ist der Richtige für mich?“. Schulabgänger haben die Qual der Wahl zwischen mehr als 300 anerkannten Ausbildungsberufen. Unter den TOP 20 der beliebtesten Ausbildungen war im Jahr 2017 auch die Ausbildung zum/r Steuerfachangestellten. Jährlich werden hier rund 6.500 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen und in ganz Deutschland befinden sich derzeit insgesamt mehr als 18.400 Steuerfachangestellte in Ausbildung.

Was machen Steuerfachangestellte?
Das kommt nicht von ungefähr. „Der Beruf des Steuerfachangestellten ist solide und zukunftssicher mit vielen Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten.“, so Michael Leistenschneider, Präsident der Steuerberaterkammer Saarland. Steuerfachangestellte unterstützen Steuerberater u. a. bei der steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Beratung von Mandanten. Sie stehen in Kontakt mit Finanzämtern oder Sozialversicherungsträgern, planen und überwachen Termine und Fristen. Sie arbeiten eng mit den Mandanten zusammen, verarbeiten deren Rechnungen, Belege und Kontoauszüge zu einer ordnungsgemäßen Buchführung, bearbeiten Steuererklärungen und überprüfen Steuerbescheide.

Für den einen oder anderen Ausbildungsplatzsuchenden mögen diese Bürotätigkeiten auf den ersten Blick vielleicht langweilig erscheinen, in dem Beruf steckt aber mehr drin als man denkt. Denn Steuerfachangestellte erhalten einen tiefen Einblick in viele unterschiedliche Unternehmen und Branchen. Außerdem profitieren Steuerfachangestellte beispielsweise auch vom Fortschritt im IT-Sektor: So können mithilfe neuester IT- und Kommunikationstechnik Rechnungen und Kontoauszüge elektronisch verbucht, Konten geführt, Abschlüsse erstellt und in elektronischen Akten archiviert werden. Staubige Aktenordner gehören der Vergangenheit an.
Interessant sind auch die Rahmenbedingungen – geregelte Arbeitszeiten in kleinen und mittelständischen Steuerberatungskanzleien ermöglichen eine gute Urlaubs- und Freizeitplanung. Wem das nicht so wichtig ist, kann sich bei einer international tätigen Steuerberatungsgesellschaft bewerben und hat vielleicht die Möglichkeit, Auslandserfahrungen zu sammeln.

Eckpunkte zur Ausbildung
Die Ausbildung zum/r Steuerfachangestellten dauert drei Jahre. In dieser Zeit arbeiten die Auszubildenden ab dem ersten Tag in einer Steuerberaterkanzlei. Parallel gehen sie in eine Berufsschule, für das nötige theoretische Wissen. Die Schwerpunkte der Ausbildung sind: Steuerwesen, Rechnungswesen, Betriebswirtschaft und Wirtschaftsrecht. Darüber hinaus werden während der gesamten Ausbildung Kenntnisse über Themen wie Rechte und Pflichten in der Ausbildung, Organisation des Ausbildungsbetriebs und Umweltschutz vermittelt.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?
Nach der Ausbildung haben Steuerfachangestellte verschiedene Perspektiven zur weiteren Qualifizierung. Absolventen können später sogar Steuerberater werden – und das auch ohne ein Studium! Kein anderer Ausbildungsberuf bietet diese besondere Qualifizierungsmöglichkeit.

Steuerfachangestellte können natürlich auch einen anderen Weg einschlagen und unter verschiedenen Fortbildungsmöglichkeiten im Mitarbeiterbereich wählen. Eine interessante Karrieremöglichkeit für Steuerfachangestellte ist die Fortbildung zum Steuerfachwirt. Die erfolgreiche Ablegung der Fortbildungsprüfung eröffnet weitergehende berufliche Möglichkeiten, die von der Übernahme verantwortungsvollerer Aufgaben bis zur Abteilungs- oder Kanzleileitung reicht.

Weitere Informationen zur Aus- und Weiterbildung sowie eine Stellenbörse für Ausbildungsplätze und Praktikumsplätze sind auf der Internetseite der Steuerberaterkammer Saarland unter www.stbk-saarland.de verfügbar.

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