Für Schulabgänger, die gerade vor dem Abschluss der 10. Klasse oder vor den Abschlussprüfungen zum Abitur stehen und danach eine Berufsausbildung beginnen möchten, startet eine spannende Zeit. Wer bis jetzt noch keinen Ausbildungsvertrag unterschrieben hat, stellt sich die Frage „Welcher Beruf ist der Richtige für mich?“. Die Qual der Wahl besteht aus bundesweit 328 anerkannten Ausbildungsberufen. Zu den beliebtesten Berufen zählt die Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten. „Bei jungen Frauen liegt der Ausbildungsberuf auf Platz 11 und bei den Männern auf Platz 38 der Beliebtheitsskala“, so die Steuerberaterkammer Saarland. Jährlich werden bundesweit rund 6.500 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. In ganz Deutschland befinden sich aktuell insgesamt rund 18.000 Steuerfachangestellte in der Ausbildung.

Vielfältige Aufgaben mit geregelten Arbeitszeiten
Steuerfachangestellte unterstützen Steuerberater/innen u. a. bei der steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Beratung von Mandanten. Sie stehen in Kontakt mit Finanzämtern oder Sozialversicherungsträgern, planen und überwachen Termine und Fristen. Sie stehen im engen Kontakt mit den Mandanten, verarbeiten deren Rechnungen, Belege und Kontoauszüge zu einer ordnungsgemäßen Buchführung, bearbeiten Steuererklärungen und überprüfen Steuerbescheide.

Vom Fortschritt im IT-Sektor profitieren auch Steuerfachangestellte im Berufsalltag. Mithilfe neuester EDV- und Kommunikationstechnik werden beispielsweise Rechnungen und Kontoauszüge elektronisch verbucht, Konten geführt, Abschlüsse erstellt und in der elektronischen Akte archiviert. Außerdem erhalten Steuerfachangestellte einen tiefen Einblick in viele unterschiedliche Unternehmen sowie in wirtschaftliche Zusammenhänge durch den Kontakt mit Mandanten aus Industrie, Handel, Handwerk, dem Dienstleistungsbereich sowie Freiberuflern und Privatpersonen.

Regelausbildung oder Verkürzung
Die Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten dauert im Regelfall drei Jahre. In dieser Zeit arbeiten die Auszubildenden ab dem ersten Tag in einer Steuerberaterkanzlei. Parallel gehen sie in eine Berufsschule, wo sie das nötige theoretische Wissen erlernen.

Die Ausbildungsschwerpunkte sind: Steuer- und Rechnungswesen, Betriebswirtschaft und Wirtschaftsrecht. Darüber hinaus werden während der gesamten Ausbildung Kenntnisse über Themen wie Rechte und Pflichten, Organisation des Ausbildungsbetriebs und Umweltschutz vermittelt.

Auszubildende mit sehr guten Leistungen oder entsprechendem Vorwissen haben die Möglichkeit, die Ausbildungszeit auf 2 Ausbildungsjahre zu verkürzen und schneller in das Berufsleben einzusteigen.

Fortbildung, Fortbildung, Fortbildung
Nach erfolgreicher Ausbildung gibt es verschiedene Perspektiven zur weiteren Qualifizierung. Absolventen können später sogar Steuerberater/in werden – und zwar auch ohne ein Studium. Kein anderer Ausbildungsberuf bietet diese besondere Möglichkeit des beruflichen Aufstiegs ohne Hochschulstudium.

Steuerfachangestellte können natürlich auch einen anderen Weg einschlagen und beispielsweise die Fortbildungsprüfung „Steuerfachwirt/in“ ablegen. Dadurch verkürzt sich die Dauer der für die Zulassung zur Steuerberaterprüfung erforderlichen Zeit berufspraktischer Tätigkeit von zehn auf sieben Jahre.

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